Abwasserreinigung über Bundesgrenzen hinweg

Veröffentlichungsdatum22.04.2026Lesedauer2 MinutenKategorienNews
Eine Gruppe von Männern, die einen blauen Gegenstand halten

Alle Abwässer aus Marktschellenberg im benachbarten Bayern werden seit Ende letzten Jahres in das Netz des Reinhalteverbandes Tennengau Nord geleitet und in der Kläranlage Siggerwiesen gereinigt. Diese Zusammenarbeit, die Kosten spart und Nutzen bringt ist nur ein gutes Beispiel für mehrere erfolgreiche, grenzenlose Kooperationen über Staatsgrenzen hinweg.

Wenn es technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, sind Staatsgrenzen und Bundesländergrenzen für die Abwasserreinigung Salzburgs keine Barrieren. Bereits seit 1971 gibt es im Bundesland Salzburg deshalb eine ganze Reihe grenzüberschreitender Lösungen mit Bayern und mit angrenzenden Bundesländern. Jüngstes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit Marktschellenberg, die kürzlich am Grenzübergang in Hangendenstein gefeiert wurde.

Bürgermeister Alexander Stangassinger freut sich als Obmann des Reinhalteverbandes Tennengau Nord  besonders, „dass das Projekt nach den vielen Jahren der Vorbereitung nun umgesetzt wurde. Für mich ist das ein starkes Zeichen für die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Denn Gemeinden und Verbände sind in Zeiten wie diesen ohnehin gezwungen noch mehr zusammenzuarbeiten. Das Projekt mit Marktschellenberg bringt außerdem zusätzliche Einnahmen für den Reinhalteverband.“

Die Entscheidung, das Abwasser über die Grenze hinweg zu behandeln, war für Michael Ernst, den Ersten Bürgermeister von Marktschellenberg nicht nur vernünftig, sondern auch zukunftsweisend. „Wir tun etwas für unsere Region und für die Umwelt. Wenn wir gemeinsam denken und handeln, können wir Lösungen schaffen, die ökologisch verantwortungsvoll, wirtschaftlich sinnvoll und nachhaltig sind.“ Die Wirtschaftlichkeit für die bayrischen Nachbarn zeigt sich recht deutlich. Der Neubau einer Kläranlage auf Stand der Technik hätte für Marktschellenberg mehr als 4,5 Millionen Euro gekostet. Beim aktuellen Projekt sind es 1,8 Millionen Euro.

10 Jahre Vorbereitung

Zehn Jahre an Vorbereitung mit umfangreichen Planungen und Baumaßnahmen waren nötig, um die Kooperation auf den Weg zu bringen. So musste ein Übergabeschacht am Grenzübergang Hangendenstein mit einer Messeinrichtung errichtet werden. Bei der Kläranlage Marktschellenberg entstand eine neue Pumpanlage sowie eine 1,6 Kilometer lange Druckleitung.

Für Landesrat Maximilian Aigner ist „die Abwasserreinigung im Land Salzburg vorbildlich und liegt europaweit im Spitzenfeld. Rund 98 Prozent der Salzburger Haushalte sind an die öffentliche Kanalisation und in weiterer Folge an kommunale Kläranlagen angeschlossen. Die flächendeckend organisierte Abwasserentsorgung und das enge Zusammenwirken der Gemeinden zeigen klar, auf welch hohem Niveau in Salzburg gearbeitet wird. Getragen von einer Zusammenarbeit über Grenzen hinweg im Sinne des europäischen Gedankens, arbeiten unsere Reinhalteverbände, wo es wirtschaftlich und sinnvoll ist, eng und verantwortungsvoll im Sinne der Bevölkerung zusammen. Das zeigt sich auch beim jüngsten Projekt von Marktschellenberg und dem Reinhalteverband Tennengau Nord sehr deutlich.“